Enzephalitis und Paraneoplasien

Antikörper-vermittelte und paraneoplastische neurologische Erkrankungen

Durch eine Fehlsteuerung des Immunsystems kann es zur Bildung von Antikörpern kommen, die das eigene Nervensystem angreifen (so genannte Auto-Antikörper). In Abhängigkeit von den Zielstrukturen, die durch die Antikörper geschädigt werden, können die Symptome der betroffenen Patienten von Bewusstseinsstörungen, Wesensänderungen und Gedächtnisstörungen bis hin zu epileptischen Anfällen, Bewegungsstörungen, Psychosen und Lähmungen reichen. Die Prognose ist sehr unterschiedlich und hängt maßgeblich von der Art der Erkrankung ab, so sind beispielsweise die Erkrankungen mit Antikörpern gegen die Oberflächen von Nervenzellen durch eine Immuntherapie oft gut behandelbar. Bei anderen Patienten wird die Autoimmun-Reaktion durch einen Tumor im Körper ausgelöst (Paraneoplasie), hier steht die Identifizierung und Entfernung des Tumors im Vordergrund, der sich manchmal erst viele Monate nach Beginn der Beschwerden zeigen kann.

In der Hochschulambulanz erfolgt die spezifische Behandlung und Nachsorge von Patienten mit paraneoplastischen neurologischen Erkrankungen und autoimmunen Hirnentzündungen, viele Patienten nehmen zudem an Studien teil.

Folgende Krankheitsbilder stehen im Mittelpunkt der Sprechstunde:

Eine kurze Erläuterung zu den meisten dieser Krankheiten finden Sie hier.

  • Anti-NMDA-Rezeptor-Enzephalitis
  • Enzephalitis mit GABA(B)-Rezeptor-, AMPA-Rezeptor-Antikörpern, VGKC-Komplex-Antikörpern (inkl. LGI1, Caspr2)
  • Limbische Enzephalitis
  • Paraneoplastische Hirnentzündungen (z. B. mit Anti-Hu, -Yo-, -Ri-, -Amphiphysin-, -Ma1-, -Ma2-, -CV2-Antikörpern)
  • Antikörper-vermittelte Demenz
  • Hirnentzündung (z. B. Enzephalitis durch Herpes-Viren)
  • Morvan-Syndrom
  • Opsoklonus-Myoklonus-Syndrom

Das erste paraneoplastische neurologische Syndrom wurde vor über 125 Jahren von Hermann Oppenheim an der Charité beschrieben, siehe:

Schulz P, Prüss H.: Öffnet externen Link im aktuellen Fenster"Hirnsymptome bei Carcinomatose" - Hermann Oppenheim and an Early Description of a Paraneoplastic Neurological Syndrome in J Hist Neurosci. 2015 Mar 24:1-7

Das Rätsel um den mysteriösen Tod des Berliner Eisbären Knut konnte gelöst werden. Der Publikumsliebling verstarb an den Folgen einer NMDA-Rezeptor-Enzephalitis, siehe:

Prüss H et al. "Anti-NMDA Receptor Encephalitis in the Polar Bear (Ursus maritimus) Knut"; Scientific Reports 5, Article number: 12805(2015)

Published online: 27 August 2015.

Leitung

PD Dr. med. Harald Prüß

Charité - Universitätsmedizin Berlin

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Klinik für Neurologie mit Experimenteller Neurologie

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