Epilepsien und andere Anfallserkrankungen

In dieser Spezialsprechstunde werden Patienten mit epileptischen Anfällen in Abgrenzung zu anderen Anfallserkrankungen, wie z. B. Synkopen, diagnostiziert und behandelt.

Epilepsien sind Erkrankungen des Gehirns, die durch spontane und mitunter wiederholt auftretende epileptische Anfälle gekennzeichnet sind. Grundlage ist eine herabgesetzte Schwelle für das Auftreten synchronisierter neuronaler Aktivität in großen Nervenzellverbänden. Jeder Mensch kann einen epileptischen Anfall erleiden, im Laufe des Lebens beträgt die Wahrscheinlichkeit etwa 5%. Bei den meisten Patienten tritt ein epileptischer Anfall nur einmal im Leben auf, er ist dann häufig auf eine akute Veränderung im Gehirn oder im gesamten Organismus zurückzuführen. In der Regel spricht man erst bei wiederholten spontanen Anfällen von einer Epilepsie, diese Diagnose findet sich bei ca. 0,7% der Bevölkerung.

Epilepsien können angeboren oder im Laufe des Lebens erworben sein, im frühen Kindes- und im höheren Lebensalter ist das Neuauftreten einer Epilepsie wahrscheinlicher. Das Symptom "epileptischer Anfall" kann in seiner phänomenologischen Ausdrucksform sehr vielfältig sein. Jenseits des bekannten Grand-Mal-Anfalls finden sich häufig kurze Abwesenheitszustände, Sprachstörungen oder rein subjektive Beschwerden, die nur von dem Patienten selbst wahrgenommen werden (man spricht hier von einer "Aura"). Bei etwa zwei Drittel aller Patienten ist die Epilepsie sehr gut behandelbar, unter der Einnahme eines Antiepileptikums in niedriger Dosierung sind diese Patienten frei von weiteren epileptischen Anfällen. 

Die Epilepsie-Ambulanzen der Charité - Universitätsmedizin Berlin am Campus Benjamin Franklin, Campus Charité Mitte und Campus Virchow-Klinikum sind Teil des Netzwerks Öffnet externen Link im aktuellen FensterEpilepsie-Zentrum Berlin-Brandenburg und stehen somit in enger inhaltlicher Kooperation sowie personeller und struktureller Verzahnung mit dem Institut für Diagnostik der Epilepsien und der Abteilung für Epileptologie am Evangelischen Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge und der Epilepsie-Klinik Tabor in Bernau. Die seit 2012 durch die von Bodelschwinghschen Stiftungen an der Klinik für Neurologie der Charité - Universitätsmedizin Berlin eingerichtete "Friedrich von Bodelschwingh-Stiftungsprofessur für Epileptologie" stellt die Basis der Zusammenarbeit zwischen den genannten Institutionen auf dem Gebiet der Krankenversorgung und den vielfältigen neurowissenschaftlichen Forschungsaktivitäten dar. Die Charité-Ambulanzen sind von der Öffnet externen Link im aktuellen FensterDeutschen Gesellschaft für Epileptologie zertifiziert, jährlich werden von uns über 2.800 erwachsene Patienten mit allen Formen der Epilepsie gesehen.

Einer unserer Schwerpunkte ist die zeitnahe, umfassende diagnostische Abklärung von ersten epileptischen Anfällen, wir bieten in allen Ambulanzen eine spezielle First Seizure Clinic an. Hier erfolgen eine fachgerechte Zuordnung der Art und Ursache von Anfällen und Epilepsien sowie eine Empfehlung hinsichtlich einer antiepileptischen Therapie. Die meisten Untersuchungen, wie EEG und Kernspintomographie (MRT) des Gehirns, können ambulant durchgeführt werden. Aufwändigere diagnostische Schritte wie die Langzeit-Video-EEG-Untersuchung bei häufiger auftretenden Anfällen finden im Rahmen eines stationären Aufenthaltes an unseren Standorten Charité Campus Virchow-Klinikum oder Evangelisches Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge statt.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Versorgung von Patienten mit Epilepsien, die mit der bisherigen antiepileptischen Medikation nicht anfallsfrei geworden sind. Hier bieten wir eine individualisierte pharmakotherapeutische Beratung an. Im Rahmen von multizentrischen Studien können zudem bestimmte Patientengruppen mit antiepileptisch wirksamen Medikamenten behandelt werden, die noch nicht auf dem Markt zugelassen sind, aber in Voruntersuchungen vielversprechende Ergebnisse gezeigt haben. Jenseits der Pharmakotherapie beraten wir die Patienten auch hinsichtlich weiterer Therapieverfahren wie der resektiven Epilepsiechirurgie, der Vagus-Nerv- und der tiefen Hirnstimulation. Die Evaluation zur Epilepsiechirurgie findet in dem unserem Epilepsie-Zentrum zugehörigen Institut für Diagnostik der Epilepsien am Evangelischen Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge statt. 

Letztlich werden die Patienten hinsichtlich der Prognose der jeweiligen Epilepsie sowie Fahrtauglichkeit, Kontrazeption, Schwangerschaft und Stillzeit, sportlicher Aktivitäten, Reisen und Impfungen, Gebrauch von Genussmitteln und sonstiger Lebensbereiche aufgeklärt und beraten.

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Links

Öffnet externen Link im aktuellen FensterInformationszentrum Epilepsie
Informationen über Epilepsie für Betroffene, Ärzte und andere Professionelle

Öffnet externen Link im aktuellen FensterDeutsche Gesellschaft für Epileptologie
Portal der deutschen epileptologischen Fachgesellschaft

Öffnet externen Link im aktuellen FensterDeutsche Epilepsievereinigung e.V.
Portal der Epilepsie-Selbsthilfegruppen in Deutschland

Öffnet externen Link im aktuellen FensterNetzwerk Epilepsie und Arbeit
Informationen zum Thema Arbeitsfähigkeit bei Epilepsie

Öffnet externen Link im aktuellen FensterLiga gegen Epilepsie
Portal der weltweiten Epilepsie-Organisation von Ärzten und anderen Professionellen

Öffnet externen Link im aktuellen FensterStiftung Michael
Portal der privaten Stiftungen für Epilepsie, Stiftung Michael und Berger-Landefeldt-Stiftung 

Leitung

Prof. Dr. med. Martin Holtkamp
OA
t: +49 30 450 560 560

Mitarbeiter

Dr. med. Pawel Fidzinski
t: +49 30 450 560 256
Dr. med. Verena Gaus
t: +49 30 450 560 003
Dr. med. Alexander Kowski
t: +49 30 450 560 003
Dr. med. Florian Losch
t: +49 30 8445 2277
Mirja Steinbrenner
Dr. med. Bernd Vorderwülbecke
t: +49 30 450 560 324
Matthias Wawra