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Neurologische Störungen

Viele Betroffene entwickeln im Verlauf einer Tumorerkrankung und Tumortherapie neurologische Beschwerden.

Die vielfältigen Symptome können durch den Tumor selbst, durch Absiedelungen des Tumors, Veränderungen des Immunsystems oder Schädigungen des Nervensystems infolge der Tumortherapie hervorgerufen werden.

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Neurologische Störungen bei Tumorerkrankungen und Tumortherapie

Eine Schädigung der peripheren Nerven durch Chemotherapie äußert sich häufig durch schmerzhafte Missempfindungen und Taubheitsgefühle an Fingern und Füßen, verminderte Geschicklichkeit und Gangstörungen (Polyneuropathie). Viele Tumorkranke berichten zudem über Gedächtnisstörungen nach Chemotherapie ("Chemodemenz").

Im Rahmen unserer Neurologischen Sprechstunde für Tumorkranke behandeln wir Patientinnen und Patienten mit Krebserkrankungen, die unter neurologischen Symptomen leiden. Das Sprechstundenangebot umfasst dabei:

  • die Möglichkeit zeitnaher weiterführender Diagnostik (ambulant und stationär)
  • eine differentialdiagnostische Einordnung Ihrer Beschwerden in Bezug auf Ihre Tumorerkrankung oder Tumortherapie
  • eine Beratung für Sie und Ihre Angehörigen bzgl. der Behandlung Ihrer Symptome und der Prognose
  • die multimodale Schmerzbehandlung neuropathischer Schmerzsyndrome
  • die Möglichkeit der weiterführenden Diagnostik und Behandlung im Rahmen von klinischen Studien

Zu unseren Forschungsschwerpunkten zählen die Krankheitsbilder der Chemotherapie-induzierten Polyneuropathie, der Chemotherapie-induzierten Gedächtnisstörungen und Autoimmunerkrankungen des Nervensystems durch Immuntherapien (Checkpoint-Inhibitoren).

Dabei untersuchen wir, wie es zur Schädigung von Nervenzellen im peripheren und zentralen Nervensystem nach Chemo- und Immuntherapie kommt.

Ein besonderer Fokus unserer Arbeit liegt in der Identifikation möglicher präventiver Therapien.

Im Rahmen von klinischen Studien untersuchen wir:

  1. Chemotherapie-induzierte kognitive Veränderungen in Patientinnen mit Brust- und Eierstockkrebs (CICARO, in Kooperation mit der Klinik für Gynäkologie und dem Brustzentrum, NCT02753036)
  2. Therapie Antikörper-vermittelter autoimmuner Erkrankungen mit Bortezomib (TAVAB, in Kooperation mit dem Interdisziplinären Myasthenie-Zentrum und der Klinik für Rheumatologie, NCT02102594)
  3. Tumorimmuntherapie assoziierte neurologische Nebenwirkungen (TITAN2 in Kooperation mit der Klinik für Dermatologie und dem Charité Comprehensive Cancer Center)
  4. den Einfluss von Capsaicin auf Schmerz, Funktion und Lebensqualität bei Patientinnen und Patienten mit schmerzhafter chemotoxischer Neuropathie (in Kooperation mit dem Berliner Institut für Gesundheitsforschung)