"Alte Nervenklinik"
Foto: Simone Baar / Charité

Kurzer Überblick über die Entwicklung der Neurologie an der Charité

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Vor der Neurologie (1702 – 1840)

Vor der Neurologie

Neurologische Erkrankungen wurden, solange sie durch einen körperlichen Mangel gekennzeichnet waren, eher als Allgemeinerkrankungen betrachtet und als Teil der Inneren Medizin mitbehandelt.

Die Unterbringung von Geisteskranken wurde in Preußen erst durch ein Reglement von 1702 für "irre und tolle Leute" und eine Kabinettsorder Friedrichs I von 1709 bestimmt. Berlins erste eigene "Irrenanstalt" ging interessanterweise aus der Hinterlassenschaft eines Geisteskranken hervor, der 1718 ohne Erben verstarb. Sein Haus in der Krausenstraße wurde der städtischen Armenkasse übergeben und als Anstalt für Geisteskranke, Epileptiker, aber auch Arme und Gebrechliche sowie "liederliche, faule und sich herumtreibende Personen" am Rande der Gesellschaft eingerichtet.

1798 brannte die Irrenanstalt in der Krausenstraße völlig aus und ein Teil der Kranken musste in die Charité. Im Flügel der "Alten Charité" (erbaut von 1785-1800) entstand die größte Abteilung für "Irre und Wahnwitzige" im deutschen Raum. Heilversuche mit Krätzeinfektionen, die Zusammenlegung mit Geschlechtskrankheiten und der damit verbundenen Ansteckungsgefahr, die fehlende Trennung von ruhigen und unruhigen Kranken sowie der Geschlechter führte zu chaotischen Zuständen.

In dieser Zeit wurde Ernst Horn (1774-1848) von der Charité Verwaltung 1808 als erster Professor für Psychiatrie in Deutschland berufen. Obwohl Horn, wie später Griesinger, der Ansicht war, dass Geisteskrankheiten körperliche Leiden sind, ist er als glühender Verfechter und "phantasievoller" Entwickler von aktiven Zwangsmaßnahmen bekannt geworden. Drehstuhl, Drehbrett, Tretmühle sowie die langfristige Isolation durch Unterbringung in einem Sack waren grausame und sinnlose Therapieversuche, die schon damals Anlass für Angriffe gegen Horn boten. Exerzierübungen mit Holzgewehren und minutiös geplante Tagesabläufe sollten durch Disziplin und Strenge dem inneren und äußeren Chaos entgegenwirken; die Kranken wurden wieder nach Geschlechtern eingeteilt, die "Irrenabteilung" von der Station der Geschlechtskranken getrennt und die ruhigen und unruhigen "Irren" separat untergebracht.

Von 1818 bis 1828 leiteten Neumann und ab 1828 Carl Ideler unter weitgehender Übernahme der Behandlungsprinzipien die "Irren-, Deliranten-, Krampfabteilung" der Charité. Trotz des Umzuges der Abteilung 1834 in die "Neue Charité" mit nunmehr bis zu 220 Betten für Geisteskranke, besserten sich die Unterbringungsbedingungen kaum.

Entwicklung der Nervenheilkunde (1840 – 1933)

Entwicklung der Nervenheilkunde

Man begann durch gezielte Beobachtungen Materialien zu sammeln, und man erkannte, dass die Erkrankungen des Geistes einen ähnlich charakteristischen Krankheitsverlauf nahmen wie die inzwischen gut bekannten Infektionskrankheiten Cholera und Pocken.

Eine logische Konsequenz war daher, nach charakteristischen Veränderungen im Gehirn zu suchen. In diese Situation hinein erfolgten durch drei Männer die entscheidenden Schritte zur Reformierung der Verhältnisse.

Heinrich-Moritz Romberg (1795-1873), Leiter der Medizinischen Poliklinik der Charité, begründete durch die Herausgabe des ersten "Lehrbuch der Nerven-Krankheiten des Menschen" (1840) eine Neugestaltung der Medizin, in der der Neurologie neben der Inneren Medizin und Psychiatrie ein eigener Platz zugewiesen wurde.

Wilhelm Griesinger (1817-1868) leitete zwischen 1865 und 1868 als erster Direktor die kombinierte neurologische und psychiatrische Abteilung und formulierte in einem klaren Bekenntnis das Dogma der neuen Generation von ´Irrenärzten´: "Geisteskrankheiten sind Hirnkrankheiten". Er konzipierte damit in Berlin eine neue Form der "Irrenanstalt", die nun mehr einem Krankenhaus als einem Gefängnis glich. Sein Schüler und Nachfolger Carl Westphal (1833-1890) war als erster ordentlicher Professor für Neurologie/Psychiatrie (1874) für die Einführung der Nervenheilkunde zum Lehrfach verantwortlich. Seine Name ist unter anderem mit der Entdeckung und Beschreibung des Kniesehnenreflexes des Edinger-Westphal Kernes, der Pseudosklerose (Morbus Wilson) und der Forschungen zu Erkrankungen des Rückenmarks verbunden.

Nachdem also Romberg wenige Jahre zuvor erstmalig die Umrisse einer unabhängigen Neurologie skizziert hatte, versuchte der ebenfalls aus der Inneren Medizin hervorgegangene Griesinger die Neurologie in die Psychiatrie einzuführen. Die Zugehörigkeit der Neurologie zur Psychiatrie oder Inneren Medizin bzw. deren Eigenständigkeit war in den folgenden Jahrzehnten ein heftig und kontrovers diskutiertes Thema der deutschen Universitätspolitik. Berlin entwickelte sich in dieser Zeit neben Paris, Wien und München zu einem der Zentren neurologisch/psychiatrischer Forschung in Europa.

Carl Wernicke (1848-1905) und Hermann Oppenheim (1858-1919) sind die wohl bekanntesten Mitarbeiter Westphals und Vertreter einer neuen Generation von auch neuropathologisch arbeitenden Neurologen, die sich in besonderer Weise der Korrelation morphologischer Veränderungen im Nervensystem mit klinischen Symptomen widmeten. Carl Wernicke war nur kurze Zeit als Assistenzarzt in der Charité tätig und musste nach einem Streit mit der Direktion die Klinik verlassen. Er ist ein Vertreter der Lokalisationslehre und sein Name ist untrennbar mit der Sprachforschung verbunden (Wernicke-Aphasie).

Hugo Liepmann hat als Wernicke-Schüler das Krankheitsbild der Apraxie beschreiben und habilitierte 1901 an der Charité. Westphals Oberarzt Hermann Oppenheim schuf mit seinem Lehrbuch der Nervenkrankheiten ein Standardwerk der modernen Neurologie. Es diente in vielen Auflagen neben Charcot´s Sammlung von Vorlesungen und Gower´s Lehrbuch für beinahe ein halbes Jahrhundert als das Referenzwerk für Neurologen und Psychiater.

Oppenheim hoffte als kommissarischer Leiter der Klinik auf die Berufung als Westphals Nachfolger. Allerdings hatte Oppenheim durch seine Theorie zur traumatischen Neurose (Lehrbuch 1889: "Die traumatischen Neurosen nach den in der Nervenklinik der Charité in den letzten 5 Jahren gesammelten Beobachtungen") stark polarisiert und nicht nur Anhänger im Lager der Neurologen gefunden. Außerdem konvertierte er im Gegensatz zu Romberg nicht zum christlichen Glauben und wurde wohl auch auf Grund seiner jüdischen Herkunft in seiner weiteren Karriere so behindert, dass er sich entschloss, 1891 eine eigene und sehr erfolgreiche Poliklinik zu gründen. Aus Straßburg wurde der ebenfalls neurologisch orientierte Ordinarius Friedrich Jolly an die Charité berufen. Dieser erreichte nun endlich den Bau einer eigenen Psychiatrischen- und Nervenklinik, die nach den Plänen von Griesinger aus einem neurologischen und einem psychiatrischen Teil bestehen sollte. Das Gebäude zeichnete sich schon damals durch seine großzügige Architektur aus und ist auf dem Campus als "Alte Nervenklinik" bekannt und nach wie vor Zentrum der neurologischen und psychiatrischen Aktivitäten in der Charité. Jolly, dessen wissenschaftliche Akzente auf dem Gebiet der Neurologie und Neuropsychologie lagen, verstarb 1904 als das Gebäude grade bezogen wurde. Theodor Ziehen leitete die Klinik nur bis 1912, nahm dann einen Lehrstuhl für Philosophie an und wurde von Karl Bonhoeffer abgelöst. Der Wernicke Schüler Bonhoeffer (1868-1948) hat sich als Kliniker mit psychiatrischer Orientierung durch die Darstellung der Alkoholpsychosen und symptomatischen Psychosen einen internationalen Ruf erworben. Aus seiner Schule gingen unter anderem der Neurologe und Neuropathologe Hans Creutzfeldt (1885-1964), der Neurochirurg Edmund Forster(1878-1933) und die Neurologen Franz Kramer(1878-1967) hervor.

Im Nationalsozialismus (1933 – 1945)

Der Name Bonhoeffer steht vor allem durch den Sohn Dietrich und den Schwiegersohn Hans von Dohnanyi und deren Vorbereitung des Attentates auf Hitler vom 20.07.1944 für den Widerstand gegen den Nationalsozialismus.

Karl Bonhoeffer selbst hat zwar einerseits diesen Widerstand gebilligt und war gegen das Euthanasieprogramm eingestellt, andererseits gab es eine aktive Beteiligung an den Sterilisationsprogrammen der Nationalsozialisten. Im Exodus ab 1933 mussten eine Reihe bedeutender jüdischer Wissenschaftler, Neurologen und Psychiater wie z.B. Paul Schuster, Franz Kramer,  Erwin Straus, Arthur Kronfeld, Kurt Goldstein, Robert Hirschfeld, Max Bielschowski die Berliner Universität verlassen und emigrierten zumeist in die USA, nach England und Kanada. Nach Karl Bonhoeffers Emeritierung 1938 wurde ein Mitglied der NSDAP und der SS, Max de Crinis (1889-1945), neuer Leiter der Klinik.

De Crinis war einflussreichster Nationalsozialist im Establishment der deutschen Psychiatrie. Er war ein Protagonist der "Aktion Gnadentod" vom Anfang bis zum Ende. Dieses Programm hatte zum Ziel, geistig Behinderte umzubringen und es wird vermutet, dass De Crinis die Worte in Hitlers Ermächtigungsschreiben vom 1. September 1939 zur Euthanasieaktion formuliert hat. 1939 wurde er dann auch von Hitler mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet; 1945 entzieht sich De Crinis durch Selbstmord der drohenden Verhaftung.

Neuanfang und Spezialisierung (1949 – heute)

Nach dem zweiten Weltkrieg übernahm der Bonhoeffer Schüler Rudolf Thiele von 1949 – 1957 die Leitung der Nervenklinik und machte sich vor allem durch Wiederaufbau und Neuorganisation verdient.

Mit Karl Leonhard wurde dann 1957 ein Psychiater und Neurologe berufen, der besonders durch und die bislang differenzierteste Klassifikation der endogenen Psychosen nach nosologischen Kriterien für internationales Renommé sorgte. Darüber hinaus hat Leonhard ein vielfältiges Werk zu unterschiedlichen psychologischen, psychotherapeuthischen und biopsychologischen Themen verfasst und eine Klassifikation des menschlichen Ausdrucks hinterlassen, die Mienen, Gesten und Phone nach inhaltlichen Kriterien ordnet. Obwohl vorwiegend als Psychiater bekannt, vertrat Leonhard fachlich alle Abteilungen der Nervenklinik.

Nach Leonhard übernahm der spätere Leiter der Abteilung Gesundheitspolitik beim Zentralkomitee der SED, Karl Seidel von 1970 – 1978 die Leitung Nervenklinik. Er trat wenig als Kliniker oder Wissenschaftler in Erscheinung, nutzte jedoch geschickt seine politischen Verbindungen, um eine weitere Modernisierung der Nervenklinik zu bewirken. Es entstand so die ersten Abteilung für Computertomographie innerhalb der Neurologie in der DDR. Bereits 1927 gab es eine Neuroradiologischer Abteilung in der Myelographien und Ventrikulographie durchgeführt wurden. Ab 1962 leitete Dagobert Müller, seit 1972 Rüdiger Lehmann die Neuroradiologische Abteilung. Unter Planitzer wurde das erste Computertomographiegerät der DDR betrieben. Es kam zu einer weiteren Spezialisierung der Neurologie/Psychiatrie in Fachabteilungen für Gerichtspsychiatrie, Neuropathophysiologie, Kinderneuropsychiatrie und Arbeitsgruppen zur Neuroanatomie, Elektroenzephalographie, Elektromyographie sowie der Psycho- und Physiotherapie.

Mit Heinz A.F. Schulze folgte 1978 ein Schüler von Karl Leonhard und Oskar Vogt, der bis 1987 der Klinik als Direktor vorstand, während die einzelnen Abteilungen durch eigene Leiter fachlich vertreten wurden. Ab 1989 wurden dann selbstständige Lehrstühle für Neurologie, Psychiatrie und Kinder- und Jugendpsychiatrie eingerichtet. Der Leiter der Kinder und Jugendpsychiatrie Klaus-Jürgen Neumärker war dann zunächst Direktor und Nachfolger von Heinz A.F. Schulze, während die Neurologie bis 1992 von Hans Kölmel und die Psychiatrie bis 2002 von Ralf Uebelhack kommissarisch geleitet wurden. Seit 2002 ist Andreas Heinz Leiter der Psychiatrie.

Zusammenführung der Neurologischen Kliniken

Die Neurologische Klinik der Charité wurde seit 1993 von Karl Max Einhäupl geleitet. Durch die Zusammenführung von Charité und Universitätsklinikum Rudolf Virchow unter dem gemeinsamen Namen Charité wurde 1995/96 ein wesentlicher Zweig der Berliner Universitätsneurologie integriert.

Der Lehrstuhl für Neurologie war 1973 am Universitätsklinikum Charlottenburg der FU begründet worden und wurde bis 1988 von Dieter Janz geleitet, der als Epileptologe vor allem generalisierte Epilepsien bearbeitete. Von 1989 bis 1992 führte Dieter Schmidt, ebenfalls ein Epileptologe, die Abteilung. Zwischen 1992 und 1995 übernahm der Basalganglien-Experte Werner Poewe die kommissarische Leitung der Klinik, bevor er das Ordinariat in Innsbruck übernahm. Seit 1995 werden beide neurologischen Standorte, Charité Mitte und Virchow-Klinikum vom Karl Max Einhäupl geleitet.

Die Klinik und Poliklinik für Neurologie und Klinische Neurophysiologie der Freien Universität Berlin war 1969 am Universitätsklinikum Steglitz (ab 1994: UKBF) unter Leitung von Hans Schliack eröffnet worden, der 1972 dort auch die erste ordentliche Professur für Neurologie als eigenständiges Fach an den Berliner Universitäten übernahm. Nachdem Hans Schliack 1977 einem Ruf an die Medizinische Hochschule Hannover folgte, wurde die Klinik kommissarisch zunächst von Roland Schiffter geleitet. Mit der Besetzung des Lehrstuhls für Neurologie durch Peter Marx begann die langfristige inhaltliche Prägung der Neurologie am UKBF mit neurovaskulärer Ausrichtung, die u.a. 1996 zur Gründung einer der ersten zertifizierten Stroke Units in Deutschland führte. Hinzu traten die DFG-Forschergruppe "Kortikale Plastizität" sowie das DFG-Graduiertenkolleg "Klinische und Kognitive Neurowissenschaft".

Nach Eremitierung von Peter Marx im Jahre 2004 wurden die Neurologischen Kliniken aller drei Standorte durch den verbleibenden Lehrstuhl für Neurologie von Karl Max Einhäupl zusammengeführt. Die klinische Leitung der Neurologie am CBF übernahm Arno Villringer, der bis zu seiner Berufung als Direktor am Leipziger MPI für Kognitions- und Neurowissenschaften das Berliner Neuroimaging Center sowie die Excellence Graduate School Mind and Brain initiierte. Anfang 2008 übernahm Matthias Endres die klinische Leitung am Standort in Steglitz und eröffnete als Direktor des Schlaganfallszentrums das 3Tesla MRT direkt neben der Stroke Unit im CBF.

Weitere wissenschaftliche Schwerpunkte der letzten Jahre

Seit 1999 fördert die Hermann und Lilly Schilling Stiftung die neu gegründete Abteilung für Experimentelle Neurologie und den dazu gehörenden Lehrstuhl für klinische Neurowissenschaften.

In enger räumlicher, personeller und inhaltlicher Verzahnung mit der Neurologischen Klinik widmet sich die Abteilung unter der Leitung von Ulrich Dirnagl insbesondere der Schlaganfallforschung, der Erforschung der Mechanismen der Regulation der Hirndurchblutung sowie der Etablierung und Validierung von funktionellen und molekularen hirnbildgebenden Verfahren. Die Abteilung für Experimentelle Neurologie war zentral an dem DFG-Sonderforschungsbereich 507 "Rolle nicht-neuronaler Zellen bei neurologischen Erkrankungen" beteiligt (Sprecher Einhäupl, dann Dirnagl), und der Nukleus für die Etablierung des Centrum für Schlaganfall-Forschung Berlin (Leitung: Matthias Endres und Ulrich Dirnagl), welches seit diesem Jahr als Integriertes Forschungs- und Behandlungszentrum (IFB) durch das BMBF gefördert wird.

Als weitere Forschungsschwerpunkte etablierte die Arbeitsgruppe Neurophysik unter Leitung von Gabriel Curio, die neuromagnetische Messtechnik (mit der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt Berlin), das Berliner EEG-basierte Brain-Computer Interface (mit der TU Berlin) sowie die Koordination der Charité-Projekte im Bernstein Center for Computational Neuroscience Berlin. In der ersten Runde der Exzellenzinitiative wurde die Graduiertenschule "Mind and Brain" bewilligt; sie wird von Arno Villinger und Michael Pauen geleitet. Sie ist eine gemeinsame Initiative der Geistes- und Sozialwissenschaften sowie der Lebenswissenschaften. Im Jahr 2008 wurde gemeinsam mit anderen neurowissenschaftlichen Einrichtungen im Rahmen der Exzellenzinitiative der Forschungs-Cluster NEUROCURE gegründet.

Aktuell

Seit dem 1. September 2008 nimmt Karl Max Einhäupl das Amt des Vorstandsvorsitzenden der Charité wahr. Als Nachfolger und Klinikdirektor wurde Matthias Endres berufen.

Ständige Vertreter des Klinikdirektors Matthias Endres sind Stephan Brandt an dem Campus in Berlin Mitte und Christoph Ploner am Standort CVK und Heiner Audebert und Gabriel Curio am Standort CBF.

Die auch betriebswirtschaftlich erfolgreiche Klinik hat insgesamt über 160 Betten (einschließlich einer eigenen neurologischen Intensivstation und drei Strokeunits). Klinisch wird das gesamte Spektrum neurologischen Erkrankungen abgedeckt und in den Hochschulambulanzen beispielsweise jährlich über 16.000 Patienten versorgt. Im Rahmen von über 20 Spezialsprechstunden werden hier klinische Versorgung und hochschulmedizinische Aufgaben von Forschung und Lehre verbunden.

Mit 1700 Publikationen in den letzten zehn Jahren und der jährlichen Einwerbung von 5 Millionen Euro, meist öffentlicher Drittmittel, ist die Klinik für Neurologie aktuell die forschungsstärkste Einrichtung an der Charité-Universitätsmedizin Berlin.

 

 

Quellenverzeichnis

  • 250 Jahre Charité Berlin. (1969) Jubiläumsheft der Zeitschrift für Ärztliche Fortbildung. VEB Gustav Fischer Verlag. Jena
  • Diepgen P. und Rostock P. (Hrsg.) (1939) Das Universitätsklinikum in Berlin. Seine Ärzte und seine wissenschaftliche Leistung 1810–1933. Verlag von Johann Ambrosius Barth. Leipzig.
  • Brandt S.A. (1998) Lokalisation: die Landkarte des Gehirns. In: Berliner Gehirne - Gehirne für Berlin. Streiflichter aus der Geschichte der Hirnforschung in Berlin (Hrsg.: Kettenmann und Rudolf). Eine Ausstellung anlässlich des Europäischen Forums der Neurowissenschaften 27. Juni – 10. Juli 1998, Waldeyer-Haus der Charité.
  • Brandt S.A. (1998) Kursabweichungen: Das kranke Gehirn. In: Berliner Gehirne - Gehirne für Berlin. Streiflichter aus der Geschichte der Hirnforschung in Berlin (Hrsg.: Kettenmann und Rudolf). Eine Ausstellung anlässlich des Europäischen Forums der Neurowissenschaften 27. Juni - 10. Juli 1998, Waldeyer-Haus der Charité.
  • Historisches und Aktuelles aus Psychiatrie und Neurologie (1968) Aus der wissenschaftlichen Zeitschrift der Humboldt Universität zu Berlin.
  • Holdorff B. und Winau R. (2001) Geschichte der Neurologie in Berlin. De Gruyter, Berlin.
  • Jasper H. (1991) Maximilian de Crinis (1889-1945): Eine Studie zur Psychiatrie im Nationalsozialismus. Abhandlungen zur Geschichte der Medizin in und der Naturwissenschaften. Matthiesen Verlag, Heft 63.
  • Kolle K. (1970) Große Nervenärzte Band I. Georg Thieme Verlag, Stuttgart.
  • Leonhard K. (1960) Über die Geschichte der Nervenklinik der Charité. Z. f. ä. F. Heft 9.
  • Neumärker K.-J. (1994) Carl Wernicke und Karl Kleist. Zwei Biographien – eine Richtung in ihrer Entwicklung. Fundamenta Psychiatrica.
  • Neumärker K.-J. (1988) Der Exodus von 1933 und die Berliner Neurologie und Psychiatrie. Charité Annalen Band 8.
  • Richter J. (1986) Die Emanzipation der Neurologie zur eigenständigen Wissenschaftsdisziplin - Eine vergleichend historische Analyse des Verhältnisses zwischen Neurologie und Psychiatrie. Akademie der Wissenschaften der DDR. Heft 52.
  • Seidel M. (1990) Nationalsozialistische Gesundheitspolitik und die Themen der Berliner Gesellschaft für Psychiatrie und Neurologie zwischen 1933 und 1945. Aus Neumärker, Seidel, Janz, Kölmel (Hrsg.) Grenzgebiete zwischen Psychiatrie und Neurologie. Springer.
  • Schliack H. und Hippius H. (1998) Nervenärzte – Biographie. Georg Thieme Verlag, Stuttgart.

Dieser Text ist in Teilen auch als Kapitel eines Ausstellungskataloges erschienen:
Berliner Gehirne - Gehirne für Berlin.
Streiflichter aus der Geschichte der Hirnforschung in Berlin.
(Hrsg.: Kettenmann & Rudolf).
Eine Ausstellung anlässlich des Europäischen Forums der Neurowissenschaften 27. Juni – 10. Juli 1998, Waldeyer-Haus der Charité.

Autoren: Stephan A. Brandt unter Mitarbeit von Rolf Zschenderlein, Jose Valdueza und Thomas Lempert