Im Nationalsozialismus (1933 -1945)

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Der Name Bonhoeffer steht vor allem durch den Sohn Dietrich und den Schwiegersohn Hans von Dohnanyi und deren Vorbereitung des Attentates auf Hitler vom 20.07.1944 für den Widerstand gegen den Nationalsozialismus.

Karl Bonhoeffer selbst hat zwar einerseits diesen Widerstand gebilligt und war gegen das Euthanasieprogramm eingestellt, andererseits gab es eine aktive Beteiligung an den Sterilisationsprogrammen der Nationalsozialisten. Im Exodus ab 1933 mussten eine Reihe bedeutender jüdischer Wissenschaftler, Neurologen und Psychiater wie z.B. Paul Schuster, Franz Kramer,  Erwin Straus, Arthur Kronfeld, Kurt Goldstein, Robert Hirschfeld, Max Bielschowski die Berliner Universität verlassen und emigrierten zumeist in die USA, nach England und Kanada. Nach Karl Bonhoeffers Emeritierung 1938 wurde ein Mitglied der NSDAP und der SS, Max de Crinis (1889-1945), neuer Leiter der Klinik.

De Crinis war einflussreichster Nationalsozialist im Establishment der deutschen Psychiatrie. Er war ein Protagonist der "Aktion Gnadentod" vom Anfang bis zum Ende. Dieses Programm hatte zum Ziel, geistig Behinderte umzubringen und es wird vermutet, dass De Crinis die Worte in Hitlers Ermächtigungsschreiben vom 1. September 1939 zur Euthanasieaktion formuliert hat. 1939 wurde er dann auch von Hitler mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet; 1945 entzieht sich De Crinis durch Selbstmord der drohenden Verhaftung.