Neuanfang und Spezialisierung (1949 - heute)

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Nach dem zweiten Weltkrieg übernahm der Bonhoeffer Schüler Rudolf Thiele von 1949-1957 die Leitung der Nervenklinik und machte sich vor allem durch Wiederaufbau und Neuorganisation verdient.

Mit Karl Leonhard wurde dann 1957 ein Psychiater und Neurologe berufen, der besonders durch und die bislang differenzierteste Klassifikation der endogenen Psychosen nach nosologischen Kriterien für internationales Renommé sorgte. Darüber hinaus hat Leonhard ein vielfältiges Werk zu unterschiedlichen psychologischen, psychotherapeuthischen und biopsychologischen Themen verfasst und eine Klassifikation des menschlichen Ausdrucks hinterlassen, die Mienen, Gesten und Phone nach inhaltlichen Kriterien ordnet. Obwohl vorwiegend als Psychiater bekannt, vertrat Leonhard fachlich alle Abteilungen der Nervenklinik.

Nach Leonhard übernahm der spätere Leiter der Abteilung Gesundheitspolitik beim Zentralkomitee der SED, Karl Seidel von 1970-1978 die Leitung Nervenklinik. Er trat wenig als Kliniker oder Wissenschaftler in Erscheinung, nutzte jedoch geschickt seine politischen Verbindungen, um eine weitere Modernisierung der Nervenklinik zu bewirken. Es entstand so die ersten Abteilung für Computertomographie innerhalb der Neurologie in der DDR. Bereits 1927 gab es eine Neuroradiologischer Abteilung in der Myelographien und Ventrikulographie durchgeführt wurden. Ab 1962 leitete Dagobert Müller, seit 1972 Rüdiger Lehmann die Neuroradiologische Abteilung. Unter Planitzer wurde das erste Computertomographiegerät der DDR betrieben. Es kam zu einer weiteren Spezialisierung der Neurologie/Psychiatrie in Fachabteilungen für Gerichtspsychiatrie, Neuropathophysiologie, Kinderneuropsychiatrie und Arbeitsgruppen zur Neuroanatomie, Elektroenzephalographie, Elektromyographie sowie der Psycho- und Physiotherapie.

Mit Heinz A.F. Schulze folgte 1978 ein Schüler von Karl Leonhard und Oskar Vogt, der bis 1987 der Klinik als Direktor vorstand, während die einzelnen Abteilungen durch eigene Leiter fachlich vertreten wurden. Ab 1989 wurden dann selbstständige Lehrstühle für Neurologie, Psychiatrie und Kinder- und Jugendpsychiatrie eingerichtet. Der Leiter der Kinder und Jugendpsychiatrie Klaus-Jürgen Neumärker war dann zunächst Direktor und Nachfolger von Heinz A.F. Schulze, während die Neurologie bis 1992 von Hans Kölmel und die Psychiatrie bis 2002 von Ralf Uebelhack kommissarisch geleitet wurden. Seit 2002 ist Andreas Heinz Leiter der Psychiatrie.